Ipomea-Tricolor: Klang

Die Wahl der Klangästhetik ist durch die Untersuchung von verschiedenen funktionalen Anwendungsgebieten von strukturiertem Klang gefallen, von Texten zur passiven Musiktherapie, zur rituellen Heilung unter Zuhilfenahme von Klang, zum religiösen ekstatischen Ritual, und von funktionaler Musik im Dienste der Industrie. Häufig ist die Art der Anwendung durch die Beeinflussung der körpereigenen Rhythmen von Atmung und Herzschlag, oder der zu unterstützenden Tätigkeit gekennzeichnet. Für die Absicht eine generative Applikation zu programmieren ist aber diese Art, Harmonien und repetitive Rhythmen als Parameter zu betrachten, nicht besonders geeignet. Die Rezeption von Musik ist in starkem Maße durch gesellschaftlichte Konvention, Sozialisierung, Bildung, und persönliche Erfahrung geprägt. Elektronische Klänge werden zum Beispiel vom Großteil der älteren Menschen eher als befremdlich empfunden, Klänge von konventionellen Instrumenten wie Viola und Klavier hingegen als „natürlich“. Die Konvention wird hier zur zweiten Natur.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Das Raumklangsystem ist wesentlicher Bestandteil der immersiven, also raumbestimmenden medialen Umgebung der Installation. Die differenzierte Wahrnehmung von rauschhaften Klängen ist bei einem mehrkanaligen System sehr viel umfangreicher als bei einem räumlich geringer auflösenden. Eine siebenkanalige (6zu1) Anlage, deren Lautsprecher rundum in der Horizontalen angeordnet sind, gibt diese Möglichkeiten. Die Klänge bestehen aus rauschhaften, wellenartigen Flächen und resonanten, metallernen Klängen, die in Tonhöhe, Dynamik und Bewegung im Raum von den EEG- Daten der Teilnehmer_innen variiert werden.