einStimmen: Konzept

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Titel einstimmen
Bitrate 320 Kbps
Length 05:07


Hier ist eine Stereoversion der ersten Installation zu hören.

 

Wer das Leben liebt, erfährt sich selbst in der Vielfalt des Anderen.
Johannes Sienknecht

Das verwendete Klangmaterial besteht aus Aufnahmen von Übersetzungen des obigen Satzes, gesprochen von 48 Muttersprachler_innen in ihrer Sprache. Ich habe über 100 Übersetzungen aufgenommen; aufgrund der Hardware konnten nur 48 integriert werden.

Alle handschriftlichen Übersetzungen sind in einer Bildergalerie dokumentiert.
Link zur Galerie der Handschriften.

Die Übersetzungen sind besser als Transformationen zu bezeichnen. Die Sprecher_innen wurden aufgefordert, ihr eigenes Bild des Satzes und nicht den Versuch einer vorgeblich korrekten Übersetzung zu sprechen und aufzuschreiben. Des Weiteren sind ortsspezifische Naturklänge die in Weimar und auf dem Ettersberg aufgenommen wurden verwendet, denen zu eigen ist, daß sie ein breites Frequenzspektrum besitzen und in sich viele kleine Klangereignisse aufweisen.

Alle Klangkörper besitzen verschiedene Räume und Farben, die mit dem Raum der Installation reagieren. Die Lautstärke, die Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung der Klangkörper im Raum, wie auch der Moment des Erklingens zusammen mit anderen Stimmen, sind während der Laufzeit von einem von mir eigens mittels der Software Max/MSP geschriebenen Programms komponiert. Das Klangspektrum der Originalaufnahmen ist nicht variiert, die Gestalt ist so wie sie im Augenblick der Aufzeichnung erklang, so wie sie in diesem Augenblick aufgenommen wurde. Dadurch wird auch die Räumlichkeit der Aufnahme wiedergegeben.
Während der Installation entstehen immer neue Konstellationen von Klangkörpern, die sich in variierender Geschwindigkeit durch den physikalischen Raum bewegen.
 Jede_r Besucher_in der Klanginstallation trägt den Klang in sich und beeinflusst das Erlebnis durch ihre/seine Position im Raum.

Von großer Wichtigkeit ist, daß die gesprochenen und geschriebenen Sätze keine Repräsentationen der Nationen, die oft den gleichen Namen wie eine Sprache tragen, darstellen sollen und können.

Das Konzept der Transkulturalität löst die Vorstellung eines homogenen reinen Kulturbegriffs auf, indem ausgeführt wird, daß sich seit jeher die einzelne Person, wie auch die Gemeinschaften und Gesell-  schaften, aus vielfältigen Einflüssen zu komplexen Gebilden verwoben haben. Komplexe Formen, die sich kontinuierlich vermengen, austauschen und befruchten; eine positive Veränderung ohne die 
keine Entwicklung, keine Erfindung möglich ist.