fernOhr: "Soundwalk" Applikation

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Das kleine Video hier oben zeigt die Applikation beispielhaft in der Anwendung. Es dauert circa 22 Sekunden bis Audio zu hören ist, da hier auch das Setup und der Start des Programmes am Anfang zu sehen ist.

Auf dem Bildschirm ist ein Plan der Stadt Weimar zu sehen. Bewegt man sich nun über das jeweilige Eingabegerät durch die Straßen, zu den Plätzen und Gebäuden, die die Stadt charakterisieren, so hört man kleine Stücke und Klanglandschaften. Diese Mikrokompositionen sind aus Klängen komponiert, die an den Orten aufgenommen wurden an dem sich der Zeiger gerade befindet. Die Klänge sind diejenigen, die für den jeweiligen Ort typisch sind und somit seinen Charakter akustisch, räumlich abbilden. Aufgenommen und organisiert wurden die Mikrokompositionen von einer Gruppe Student_innen der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Bauhaus Universität Weimar.

Die einzelnen Kompositionen haben eine kreisförmige akustische Ausdehnung auf der Karte. Am äußeren Rand dieser Wirkungsfelder werden die Klänge leise hörbar, zum Mittelpunkt hin nimmt die Lautstärke dann weiter zu. Da sich diese Felder der einzelnen Klänge zum Teil überlagern, entstehen Schnittmengen der Kompositionen, in denen sich zwei oder drei Orte mit unterschiedlicher Intensität überlagern. Dieses ästhetische Ereignis entspricht der realen Erfahrung. "fernOhr“ läßt die Teilnehmer_innen die Stadt virtuell erleben und gleichzeitig das Gespür für das akustische Erscheinungsbild vertiefen.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist dadurch gegeben, daß die Teilnehmer_innen auf einem besonderen Instrument spielenen; indem sie ihre eigene Route wählen, hier verweilen, dorthin zurückkehren, wobei sie über die Schnittmengen eine unerschöpfliche Klangvielfalt zu erzeugen vermögen.

Eine besondere Erweiterung würde durch die Verwendung eines Touchscreens möglich. Auf der Oberfläche des Touchscreens könnten an der Stelle der historischen und bedeutungsvollen Plätze und Gebäude Weimars deren Namen in Blindenschrift aufgesetzt sein. Hierdurch ist es dann blinden Menschen ermöglicht "fernOhr“ in ganz besonderer Weise zu nutzen. Für sie ist die Orientierung durch das akustische Bild einer Stadt alltägliche Praxis. Sie können sich über das Memorieren der akustischen Eigenarten einer Stadt zurechtfinden.

Durch "fernOhr“ würden blinde Menschen sich vor dem eigentlichen Besuch der Stadt eine Vorstellung der Gegebenheiten in Weimar machen können, so wie es sehenden Menschen über eine grafische Karte möglich ist. "fernOhr“ ist in Max/MSP auf der MacIntosh-Plattform realisiert. Über geeignete Terminals, in denen entsprechende Rechner mit Bildschirm und Eingabegerät untergebracht sind, ist eine Installation im öffentlichen Raum denkbar.

Die Maxpatches können hier unten heruntergeladen werden. Der Stadtplan und die Mikrokompositionen sind nicht enthalten. Programmiert wurde noch mit Max 3.5.9. Das Bild der Wahl sollte einfach als Schreibtischhintergrund angelegt werden. Ich habe das Programm mit dem aktuellen Max 5 getestet und es funktioniert soweit gut. Es ist innerhalb des Programmes dokumentiert, bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Möglich ist die Bedienung des Programms über ein Netzwerk, so daß Interface und Audioengine auf verschiedenen Rechnern laufen könnten. Die Objekte für diese Funktionalität, wie zum Beispiel otudp, gibt es heute so nicht mehr. Es wäre aber recht einfach die fehlenden Objekte durch aktuelle zu ersetzen. Das ist jedem freigestellt und ich würde auch helfen, falls hier Bedarf besteht.

 

fernOhr_MaxPatch.zip (Size: 425 Kb)